Stoffpreisgleitklausel berechnen nach Formblatt 225

Zeigt, welchen Betrag eine Stoffpreisgleitklausel dem Auftrag hinzurechnet oder abzieht, wenn der vereinbarte Index zwischen Angebotsabgabe und Lieferung steigt oder fällt.

Stoffpreisgleitklausel berechnen

Nach welcher Klausel wird abgerechnet?

Ergebnis der Preisgleitung

Angepasste Abrechnungssumme 245.507,43 €

Die Klausel rechnet 5.507,43 € auf den Rechnungsbetrag auf.

  • Stoffwert im Angebot: 240.000,00 € × 45 % = 108.000,00 €.
  • Indexverhältnis: 129,7 ÷ 118,4 = 1,09544, also eine Preisänderung von +9,54 %.
  • Mehr- oder Minderaufwendungen: 108.000,00 € × +9,54 % = +10.307,43 €.
  • Bagatellgrenze: 2 % von 240.000,00 € = 4.800,00 €. Die Kostenänderung liegt darüber, die Klausel greift.
  • Selbstbehalt: 10 % von 10.307,43 € = 1.030,74 €, mindestens jedoch die Bagatellgrenze, also verbleiben 4.800,00 € beim Auftragnehmer.
  • Abrechnung: 10.307,43 € − 4.800,00 € = 5.507,43 €.

Die Formel der Stoffpreisgleitklausel

  • Preisänderung = Indexstand bei Lieferung ÷ Indexstand bei Angebotsabgabe − 1
  • Stoffwert = Abrechnungssumme × Stoffanteil
  • Mehr- oder Minderaufwendungen = Stoffwert × Preisänderung
  • Formblatt 225: Selbstbehalt = der größere Wert aus vereinbartem Anteil der Aufwendungen und Bagatellgrenze; Abrechnung = Aufwendungen − Selbstbehalt, sobald die Bagatellgrenze überschritten ist
  • Schwellenklausel: Abrechnung = Stoffwert × (Preisänderung − Schwelle), gezählt erst oberhalb der Schwelle
  • Indexformel: revidierter Preis = Auftragssumme × (fester Anteil + gleitender Anteil × Index bei Revision ÷ Index im Ausgangsmonat)

Mit einer Bagatellgrenze und einem Selbstbehalt von null steht im Ergebnis der ungekürzte Indexeffekt, den eine Klausel ohne jeden Abzug vergüten würde.

Häufige Fragen zu Stoffpreisgleitklausel berechnen nach Formblatt 225

Wie hoch ist der Selbstbehalt nach Formblatt 225?

Zehn Prozent der Mehr- oder Minderaufwendungen, mindestens aber die Höhe der Bagatellgrenze. Diese Bagatellgrenze beträgt zwei Prozent der Abrechnungssumme der im Verzeichnis für Stoffpreisgleitklausel aufgeführten Positionen. Beide Werte lassen sich im Rechner ändern, weil Erlasse des Bundes und abweichende Landesregelungen andere Prozentsätze vorgeben können.

Wann darf eine Stoffpreisgleitklausel vereinbart werden?

Nach den Richtlinien zum Formblatt dann, wenn der Stoff besonders preisanfällig ist, zwischen Angebotsabgabe und vereinbarter Fertigstellung mindestens zehn Monate liegen und der Stoffkostenanteil wertmäßig mindestens ein Prozent der geschätzten Auftragssumme erreicht. Liegt im Einzelfall ein besonders hohes Wagnis vor, genügen im begründeten Ausnahmefall auch sechs Monate.

Welcher Index ist maßgeblich?

Der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte des Statistischen Bundesamts, abgerufen unter der GP-Nummer aus dem Verzeichnis zur Klausel. Verglichen werden der Monat der Angebotseröffnung und der Monat von Einbau, Lieferung oder Verwendung, je nach dem Abrechnungszeitpunkt, den der Vertrag für diesen Stoff festlegt.

Gilt die Klausel auch bei fallenden Preisen?

Ja. Das Formblatt spricht von Mehr- oder Minderaufwendungen und behandelt beide Richtungen gleich. Sinkt der Index, wird der Betrag vom Angebotspreis abgezogen, wobei dem Auftragnehmer derselbe Selbstbehalt verbleibt. Der Rechner weist diesen Fall aus, sobald der zweite Indexstand unter dem ersten liegt.

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