Stundenverrechnungssatz berechnen mit Lohnnebenkosten

Was eine Montagestunde wirklich kostet: Bruttolohn, Arbeitgeberanteile, Berufsgenossenschaft, Ausrüstung und unproduktive Zeit, geteilt durch die Stunden, die tatsächlich auf einer Rechnung landen.

Stundenverrechnungssatz berechnen mit Lohnnebenkosten: Rechner verwenden

Stundensatz je Produktivstunde berechnen

Lohn, bezahlte Stunden und verkaufsfähige Stunden eintragen. Der Satz ändert sich beim Tippen, und die Zwischenschritte darunter zeigen, woraus der Abstand zum reinen Lohn entsteht.

Die Länderwahl trägt die recherchierten Richtwerte in die Felder ein; jede Zahl bleibt änderbar.

Arbeitgeberanteile auf den Bruttolohn 2026: Rentenversicherung 9,3, Arbeitslosenversicherung 1,3, Krankenversicherung 7,3 plus die Hälfte des durchschnittlichen Zusatzbeitrags von 2,9, Pflegeversicherung 1,8 und Insolvenzgeldumlage 0,15, dazu die kassenabhängigen Umlagen U1 und U2 mit zusammen rund 2,5 Punkten. In der Versicherungszeile steht ausschließlich die gesetzliche Unfallversicherung: der Beitrag der BG BAU für den Hochbau, Hauptumlage Gefahrklasse 11,84 x Beitragsfuß 0,3850 = 4,56 Prozent der Lohnsumme zuzüglich Lastenverteilung nach Neurenten 11,84 x 0,0310 = 0,37, zusammen 4,93 Prozent, bemessen am Bruttoarbeitsentgelt der Beschäftigten. In der Urlaubskassenzeile steht der Sozialkassenbeitrag der SOKA-BAU für das Tarifgebiet West ab 1.7.2026 mit 19,8 Prozent, bestehend aus Urlaubskasse 14,7, Berufsbildung 1,9 und Zusatzversorgung 3,2. Bemessungsgrundlage ist die Bruttolohnsumme, also der tatsächlich gezahlte und an die SOKA-BAU gemeldete Lohn und nicht ein Tariflohn; die Urlaubsvergütung gehört in diese Bemessungsgrundlage, das tarifliche 13. Monatseinkommen nicht.

Gesetzlich fest sind nur 21,3 Punkte des Arbeitgebersatzes. Die U1 zahlen allein Betriebe bis 30 Beschäftigte, und ihre Höhe folgt dem bei der Krankenkasse gewählten Erstattungssatz, etwa 1,0 bis 3,5, die U2 liegt bei rund 0,3 bis 0,9. In Sachsen sinkt der Arbeitgeberanteil zur Pflegeversicherung auf 1,1. Die Beitragsbemessungsgrenzen 2026 liegen bei 69.750 Euro im Jahr für Kranken- und Pflegeversicherung und bei 101.400 Euro für Renten- und Arbeitslosenversicherung; der hier abgebildete Arbeitnehmer bleibt unter beiden, der volle Satz greift also. Die Gefahrklassen der BG BAU reichen von 1,88 im Büro über 11,84 im Hochbau bis über 20 in den am stärksten gefährdeten Gewerken, und ein Betrieb oberhalb des Freibetrags von 270.000 Euro Lohnsumme zahlt zusätzlich die Lastenverteilung nach Entgelten, 11,84 x 0,1870 = 2,21 Punkte. Der SOKA-BAU-Satz beträgt im Tarifgebiet Ost 18,3 Prozent, in Berlin West 25,25 und in Berlin Ost 23,75. Das 13. Monatseinkommen beträgt im Westen 123 Gesamttarifstundenlöhne, im Osten nur 54 bei mindestens 500 Euro. Die Arbeitskostenerhebung von Eurostat weist Berufsbildungskosten und sonstige Aufwendungen wie Anwerbung und Arbeitskleidung im deutschen Baugewerbe mit 0,40 Prozent der Gesamtarbeitskosten für Betriebe mit 10 bis 49 Beschäftigten aus und mit 0,62 Prozent ab 1.000 Beschäftigten.

Die Werte sind für 2026 recherchiert und Ausgangspunkte, nicht die eigene Abrechnung: jede Zahl lässt sich durch die eigene ersetzen.

Rechenweg vom Bruttolohn zur Produktivstunde

Kosten je Produktivstunde55,83 €

Vom Betrieb gezahltes Jahresbrutto
49.858 €
Arbeitgeberbeiträge
11.866 €
Unfallversicherung
2.458 €
Urlaubs- und Sozialkassen
9.872 €
Weitere Jahreskosten
4.107 €
Jahreskosten gesamt
78.160 €
Produktive Stunden im Jahr
1.400 Stunden
Anteil verkaufter Stunden
67 %
Faktor auf den reinen Lohn
2,33

Der Wert ist ein Kostensatz, kein Preis. Gemeinkosten und Gewinn kommen als Zuschlag darauf, und jeder voreingestellte Satz bleibt ein Richtwert, bis Lohnabrechnung und Beitragsbescheid ihn bestätigen.

Formel für den Stundenverrechnungssatz

Jahresbrutto = Bruttolohn je Stunde × (bezahlte Stunden − Urlaubsstunden aus der Kasse). Zuschlag = Jahresbrutto × (Beiträge + Versicherung) + Kassensatz auf seine Bemessungsgrundlage + weitere Jahreskosten. Produktive Stunden = bezahlte Stunden − nicht verrechenbare Stunden. Kostensatz = (Jahresbrutto + Zuschlag) ÷ produktive Stunden.

Woher die Sätze stammen
  • GKV-Spitzenverband, Rechengrößen und Grenzwerte im Versicherungs- und Beitragsrecht für das Jahr 2026 (KV 14,6 %, durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2,9 %, PV 3,6 %, RV 18,6 %, ALV 2,6 %, Insolvenzgeldumlage 0,15 %), Stand 26.11.2025 — gkv-spitzenverband.de
  • Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, Die Sozialversicherungsrechengrößen 2026, 2026 — deutsche-rentenversicherung.de
  • BG BAU, Beitrag für Unternehmen (Formel Bruttoarbeitsentgelt x Gefahrklasse x Beitragsfuß / 100; Beitragsfuß 2025 = 0,3850, Gefahrklasse Hochbau 11,84, LVN 0,0310, LVE 0,1870, Freibetrag 270.000 Euro), 2026 — bgbau.de
  • SOKA-BAU, A-Z Beiträge, Beitragssätze für gewerbliche Arbeitnehmer Tarifgebiet West ab 1.7.2026 (Urlaub 14,7 %, Berufsbildung 1,9 %, Zusatzversorgung 3,2 %, gesamt 19,8 %), 2026 — soka-bau.de
  • SOKA-BAU, A-Z Bruttolohn, beitragspflichtige Lohnarten der Bruttolohnsumme (Urlaubsvergütung ja, tarifliches 13. Monatseinkommen nein), 2026 — soka-bau.de
  • Tarifvertrag-Online, Entgelttabelle Bauhauptgewerbe, gültig 1.4.2026 bis 31.3.2027 (Lohngruppe 3 = 4.154,80 Euro im Monat; 13. Monatseinkommen West 123 Gesamttarifstundenlöhne, Ost 54), 2026 — tarifvertrag-online.de
  • Lohndialog, Tariflohn Bau 2026, Lohngruppen und Gesamtstundenlöhne ab 1.4.2026 (LG 3: Tarifstundenlohn 22,64 + Bauzuschlag 1,33 = 23,97 Euro; Bauzuschlag 5,9 %), 2026 — lohndialog.de
  • Lohndialog, SOKA-BAU Beiträge 2026, Gegenprobe zum Gesamtsatz West 19,8 % ab 1.7.2026, 2026 — lohndialog.de
  • Eurostat, Labour cost survey, Struktur der Arbeitskosten nach NACE Rev. 2 (lc_nstruc_r2), Baugewerbe F, Deutschland, Betriebe mit 10 bis 49 Beschäftigten, Erhebungsjahr 2020 (D2 Berufsbildungskosten 0,21 %, D3 sonstige Aufwendungen 0,19 % der Gesamtarbeitskosten), Datenstand 23.3.2026 — ec.europa.eu
  • Eurostat, Glossary: Labour cost, Abgrenzung der Arbeitskostenbestandteile (Berufsbildungskosten sowie sonstige Aufwendungen, worunter Eurostat vor allem Anwerbungskosten und vom Arbeitgeber gestellte Arbeitskleidung fasst), 2026 — ec.europa.eu

Stundenverrechnungssatz berechnen mit Lohnnebenkosten: welche Frage der Rechner beantwortet

Ein Tariflohn von 23,97 Euro je Stunde kostet den Betrieb nie 23,97 Euro. Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, Umlagen, Berufsgenossenschaft, Werkzeug, Fahrzeug und Arbeitskleidung kommen dazu, und sie laufen auch in den Stunden weiter, die niemand bezahlt. Dieser Rechner addiert die Jahreskosten eines Mitarbeiters und teilt sie durch die Stunden, die wirklich auf einer Rechnung stehen. Heraus kommt die Untergrenze, unter der jede Lohnposition im Angebot Verlust macht.

Der übliche Fehler steckt nicht auf der Kostenseite, sondern im Nenner. Ein Werker wird für 2.080 Stunden bezahlt, verkaufsfähig sind je nach Betrieb 1.350 bis 1.450. Urlaub, Feiertage, Krankheit, Rüstzeit auf dem Hof, Fahrten zwischen zwei Baustellen und Nacharbeit stehen auf keinem Aufmaß. Wer mit 2.080 Stunden kalkuliert, verschenkt rund ein Drittel der Lohnkosten, ohne es im Ergebnis je einzeln zu sehen.

Stundenverrechnungssatz berechnen mit Lohnnebenkosten: wie das Ergebnis zustande kommt

Bruttostundenlohn mal bezahlte Jahresstunden ergibt das Jahresbrutto. Darauf rechnet der Rechner den Arbeitgeberanteil: Rentenversicherung 9,3, Arbeitslosenversicherung 1,3, Krankenversicherung 7,3 plus die Hälfte des Zusatzbeitrags und Pflegeversicherung 1,8 Prozent, dazu die Umlagen U1 und U2 sowie die Insolvenzgeldumlage. Die Berufsgenossenschaft und die tariflichen Kassen laufen als zweiter Prozentsatz auf dieselbe Lohnsumme. Feste Jahreskosten wie Fahrzeug, Werkzeug und Schulung kommen als Betrag hinzu, dann teilt der Rechner durch die produktiven Stunden.

Zwei Eingaben entscheiden über das Ergebnis. Die nicht verrechenbaren Stunden gehören ehrlich gezählt, samt Fahrzeit, Rüstzeit und dem Nachmittag, an dem das Material fehlte. Und alles, was pro Kopf und Monat läuft statt pro Stunde, gehört in die Jahreskosten: Transporter, Diesel, Werkzeug, Arbeitskleidung, Telefon, Schulung. Ein Fahrzeug allein verschiebt den Satz um mehrere Euro je Stunde. Rechnen Sie je Mitarbeiter, sobald sich Lohn oder Auslastung im Team unterscheiden.

Stundenverrechnungssatz berechnen mit Lohnnebenkosten: wovon das Ergebnis ausgeht

  • Die voreingestellten Sätze sind Richtwerte für 2026: Rentenversicherung 18,6, Arbeitslosenversicherung 2,6, Krankenversicherung 14,6 plus durchschnittlich 2,9 Prozent Zusatzbeitrag und Pflegeversicherung 3,6 Prozent, jeweils hälftig getragen. Mit der Insolvenzgeldumlage von 0,15 und rund 2,5 Punkten für die Umlagen U1 und U2 ergibt das die voreingestellten 23,8 Prozent. In Sachsen trägt der Arbeitgeber bei der Pflegeversicherung nur 1,1 Prozent, und oberhalb der Beitragsbemessungsgrenzen sinkt der Anteil.

  • Die U1-Umlage zahlen nur Betriebe bis 30 Beschäftigte, und ihre Höhe hängt vom gewählten Erstattungssatz der Krankenkasse ab. Der Beitrag der BG BAU ergibt sich aus Bruttolohnsumme mal Gefahrklasse mal Beitragsfuß geteilt durch 100; im Hochbau waren das zuletzt Gefahrklasse 11,84 und Beitragsfuß 0,3850, also 4,56 Prozent der Lohnsumme, mit der Lastenverteilung nach Neurenten die voreingestellten 4,93 Prozent.

  • Im Bauhauptgewerbe kommt der Beitrag an die SOKA-BAU hinzu, im Westen seit Juli 2026 insgesamt 19,8 Prozent: Urlaubskasse 14,7, Berufsbildung 1,9 und Zusatzversorgung 3,2. Die Voreinstellung trägt den vollen Satz auf alle 2.080 bezahlten Stunden, weil die SOKA-BAU nicht den Arbeitnehmer bezahlt, sondern dem Betrieb die gezahlte Urlaubsvergütung erstattet; diese Erstattung ist nicht gegengerechnet, der deutsche Satz ist deshalb eine vorsichtige Obergrenze. Wer nur die echte Zusatzbelastung sehen will, senkt die Kassenzeile auf 5,1 Prozent.

  • Das Ergebnis ist ein Selbstkostensatz, kein Angebotspreis. Gemeinkosten des Betriebs, Wagnis und Gewinn kommen als Zuschlag darauf. Maßgeblich bleiben die eigene Lohnabrechnung und der Beitragsbescheid der Berufsgenossenschaft.

Stundenverrechnungssatz berechnen mit Lohnnebenkosten: häufige Fragen

Wie hoch ist der Stundenverrechnungssatz im Bauhandwerk?

Mit dem Gesamttarifstundenlohn von 23,97 Euro, den voreingestellten Arbeitgeberkosten und 1.400 verkauften Stunden kommt dieser Rechner auf 55,83 Euro je Produktivstunde, das 2,33-Fache des reinen Lohns. Gemeinkosten und Gewinn kommen darauf noch als Zuschlag. Wer durch 2.080 statt 1.400 Stunden teilt, landet bei 37,58 Euro und rechnet sich damit arm.

Was gehört in die nicht verrechenbaren Stunden?

Urlaub, Feiertage, Krankheit, Weiterbildung, Rüstzeit auf dem Betriebshof, Fahrten zwischen zwei Baustellen, Aufräumen, Werkzeugpflege und Nacharbeit ohne Nachtrag. Nicht dazu gehören Stunden, die zwar unangenehm, aber vereinbart und abrechenbar sind. Als Faustzahl bleiben von 2.080 bezahlten Stunden 1.350 bis 1.450 übrig.

Ist der Stundenverrechnungssatz schon der Angebotspreis?

Nein. Der Rechner endet bei den Selbstkosten der Produktivstunde. Verwaltung, Büro, Kalkulation, Fahrzeuge ohne feste Zuordnung, Wagnis und Gewinn kommen als Zuschlag darauf, üblicherweise über einen Gemeinkostensatz und eine Gewinnmarge. Erst danach steht der Preis, der im Angebot erscheint und den der Kunde am Ende sieht.

Stundenverrechnungssatz berechnen mit Lohnnebenkosten: an eigenen Projekten nutzen

In Home Builder Software liest dieselbe Rechnung die Projektakte, die Zahl trägt Budget, Vergaben und Rechnungen mit sich, statt eine erneute Eingabe zu verlangen.